Seelsorge bei Menschen mit Behinderung
inklusiv und familienorientiert


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Ein Schatz fürs Leben – 

Erstkommunion für Kinder mit und ohne Behinderung im Juni 2009

Seit vielen Jahren organisiert die Seelsorge für Familien mit behinderten Kindern in der Diözese Rottenburg-Stuttgart spezielle Erstkommuniongottesdienste. In Stuttgart waren es in diesem Jahr zwei Erstkommunionfeiern, eine fand am Sonntag den 14. Juni in St. Hedwig statt. Diese Gottesdienste sind an den speziellen Bedürfnissen von Kindern mit einer Behinderung ausgerichtet. Da es eine große Brandbreite an Behinderungsformen gibt, steht am Anfang immer eine eigene Zeit der Vorbereitung und des Kennen Lernens. In St. Hedwig gingen in diesem Jahr vier Kinder aus der Bodelschwinghschule mit zur Erstkommunion. Sie wurden seit Mitte Oktober im schulischen Rahmen zusammen von der Religionslehrerin Claudia Braitmaier und dem Gemeindereferenten Raphael Schäfer auf den großen Tag vorbereitet. Diese Hinführung war in vielem sehr ähnlich wie in den anderen Kirchengemeinden Stuttgarts. Die kleine Gruppengröße, die doppelte personelle Besetzung mit sonderpädagogischer Erfahrung waren aber wichtige Voraussetzungen um jedem Kind der Gruppe gerecht werden zu können. Die Erfahrungen dieser gemeinsamen Zeit flossen in die Erstkommunionfeier mit ein.

Ganz zu Beginn der Gruppenstunden wurde zusammen eine große Schatzkiste gebaut. In dieser Holztruhe wurden immer die Bilder der Kinder und eins von Jesus aufbewahrt. In ihr befanden sich auch Sachen, die für die jeweilige Gruppenstunden von Bedeutung waren. So diente die Schatztruhe zum Sammeln von wichtigen Dingen und Erfahrungen. Darum war die Truhe auch selbstverständlich bei der Ersten Heiligen Kommunion mit in der Kirche. In ihr befanden sich Symbole, die von den Kinder bei der Gabenbereitung zum Altar gebracht wurden. Unter den Gegenständen befand sich auch ein Ball. Zum einen, weil während der Vorbereitungszeit häufig auch Fußball gespielt wurde. Zum anderen hatten für einen Jungen Bälle eine andere wichtige Bedeutung. Wenn möglich trug er immer, einen Ball ganz nahe bei sich. Er spielte nur sehr selten damit obwohl er sehr viel Ballgeschick besaß. Aber Bälle schienen ihm viel Halt zu geben. Da war es dann schon eine  Ehre und großer Vertrauensbeweis, wenn er einem den Ball kurzeitig zuwarf.

Beim Erstkommuniongottesdienst war es dann sehr beeindruckend zu sehen, wie er den Ball aus der Schatztruhe nahm und wie Selbstverständlich an Pater Alfons weitergab. Dass dies möglich war, lag sicher an der besonderen Form des Gottesdienstes. Vieles war für den Jungen inzwischen vertraut und bekannt, die Messe war zudem sehr familiär. Aber nicht nur für diesen Jungen sondern auch für alle anderen Erstkommunikanten war die Feier angemessen und ein besonders Ereignis in ihrem Leben.

Durch die Vorbereitungszeit kamen aber auch die Sorgen und Nöte der Familien der Kinder zum Vorschein. So stellte sich heraus, dass ein Geschwisterkind wegen eines Umzuges trotz Vorbereitungszeit nicht mit zur Erstkommunion gehen konnte. Das Mädchen ist inzwischen in der 7. Klasse. Auch sie konnte am 14. Juni feierlich mit zur Erstkommunion gehen, worüber sie und ihre Familie sich sehr gefreut haben. So werden in Zukunft wieder 5 junge Leute zu unterschiedlichen Anlässen in ihrer Heimatgemeinde in ganzer Weise am Gottesdienst teilnehmen können. Sie werden dann selbstverständlich am Empfang der Heiligen Kommunion teilnehmen dürfen. Denn letztendlich gibt es keinen Grund ihnen dem Empfang dieses Sakramentes zu verwehren. Jesus hat alle Menschen zu seiner Tischgemeinsacht eingeladen. Und so ist und bleibt es ein wichtiges Ziel für die Seelsorge für Familien mit behinderten Kindern allen Menschen diese besondere Form der Gemeinschaft mit Jesus zu ermöglichen. Für alle Familien, die dafür einen speziellen Rahmen benötigen gibt es immer wieder besonders gestaltete Eucharistiefeiern. Nehmen Sie doch einfach Kontakt mit einem von uns der Seelsorge für Familien mit behinderten Kindern auf.