Bericht Wellnesstage


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Dekanat Ludwigsburg



 
 
Wellnesstage 2012 für Körper, Geist und Seele in Ludwigsburg

„Mein Leben lieben“ -

kann ich das überhaupt, trotz Ärger, Stress und Behinderung? Und wie soll das gehen?

Zwölf Frauen und Männer, mit und ohne Behinderung, wollten es wissen und trafen sich vom 2. bis 5. August 2012 zu  Wellnesstagen in Ludwigsburg-Hoheneck. Brigitte Wieland, tätig in der Seelsorge für Familien mit behinderten Kindern, und Norbert Bögle, ehemaliger Betreuer bei der Caritas Stuttgart und Märchenerzähler, hatten dazu eingeladen. Und alle waren gespannt, was sie da wohl erwarten würde. Und sie wurden nicht enttäuscht.

Drei Geschichten, witzig und lehrreich zugleich, standen im Mittelpunkt dieser drei Tage und beleuchteten das Thema von verschiedenen Seiten.

 

Die erste Geschichte, „Der gebrochene Eimer“, handelte von einem Mann, der täglich zwei Eimer Wasser zu seinem Herrn nach Hause trug. Doch der eine Eimer hatte ein Loch und verlor jeweils die Hälfte seines Inhalts. Nach zwei Jahren schließlich beklagte er sich bei dem Wasserträger, dass er ein Versager sei und nur die Hälfte an Leistung erbringe. Doch der Träger tröstete ihn, zeigte ihm die vielen schönen Blumen am Wegesrand, die nur wegen seiner ‚Behinderung’ gegossen worden waren und das Haus des Herrn zierten. Jedes Leben, auch und gerade das mit Behinderung, ist wichtig und hat seinen Wert, so die Aussage dieser Geschichte.

Am zweiten Tag, und damit bei der zweiten Geschichte, ging es um die Frage: Wie gehe ich mit Dingen oder Menschen um, die ärgern, vielleicht bis aufs Blut reizen? Meist bekämpfen wir sie, oder fliehen.  Die Geschichte vom Löwenzahn“ gibt eine so einfache wie schwere Antwort darauf:  Wenn alles, was wir versucht haben, nicht nützt, schlage ich dir vor, du lernst, den Löwenzahn zu lieben!

Der Samstag schließlich stand ganz im Zeichen des Clowns und seinem wichtigsten ‚Instrument’, dem Lachen. Was aber geschieht, wenn er sein Lachen verliert? Und vor allem, wo kann er es wieder finden? Wohl jedem ist schon mal ‚das Lachen vergangen’, wie in der Geschichte „Vom Clown, der sein Lachen verlor“. Und es ist die liebevolle Begegnung mit einem  Menschen, die uns anrührt und wieder unser Lachen finden lässt.

 

Drei Tage, drei Geschichten, die nicht nur erzählt, sondern auch wundervoll gespielt wurden. Dazu viele Lieder, Malen und Basteln sowie Schwimmen im Thermalbad. Und wem das immer noch zu wenig war, der konnte kneipen, spazieren gehen oder am Abend unter dem Sternenhimmel den Märchen lauschen und träumen. Träumen von einem Leben, das sich zu lieben lohnt. 

Susanne mit ihrer Tochter Sina haben davon geschrieben:

Wir waren zum erstenmal bei den Wellnesstagen dabei. Sina war mit 16 Jahren die Jüngste. Es hat uns beiden sehr gut gefallen. Aus anfänglicher Scheu und auch ängstlichen Gefühlen den Erwachsenen gegenüber wuchs schnell Vertrautheit und Freundschaft.

Norbert Bögle hat mit seinen zum Teil spontan gedichteten Liedern und seiner Gabe Märchen und Geschichten zu erzählen für viel Freude gesorgt. Durch das anschließende Nachspielen der Geschichte haben wir den Inhalt besser verstanden und hatten viel Spaß dabei.

Brigitte Wieland kümmerte sich um den reibungslosen Ablauf und sorgte wohltuend für jeden mit Ihrer ruhigen Art. Sie brachte tolle Bastelideen und viele Kostüme und Tücher zum Verkleiden mit.

Michaela  war das „Mädchen für alles und alle“. Sie begleitete geduldig einfach überall hin, von der Toilette bis zum Schwimmen und beim Uno spielen und vieles mehr.

Was mich persönlich am meisten beeindruckt hat, war die umwerfende Offenheit, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit der erwachsenen Menschen mit Handicap.

Auf die Frage hin, was meiner Tochter denn am besten gefallen habe, antwortete sie:

„Schwimmen im Heilbad, gutes Essen, Theater spielen, Uno spielen mit Michaela, Kneipen, das viele Singen und Veehharfe spielen, Seidenschal malen, die Morgengymnastik im Freien, ich habe viele Freunde gefunden und kennengelernt. Ich möchte da gerne mal wieder hingehen mit allen Teilnehmern.“

Vielen Dank nochmals an alle für die schönen Tage.

Susanne Doster mit Sina Benner